Sonnige DM 1 in Aachen - Hamburg ist auf der Karte

 

Wer den Wetterbericht gelesen hatte, dem war klar: dieses Wochenende wird ein Kampf mit dem Wetter. Das makellos sommerliche Hamburger Wetter hatte schon ahnen lassen, wie es in Aachen aussehen würde und nach einigen Stunden im unklimatisierten IC, kamen am Freitagabend 21 Hardfische in Aachen an, um das erste Wochenende der Deutschen Meisterschaften auszuspielen.

 

 

Ein solch großer Kader, und das nach 3 spontanen Ausfällen, war eine Neuerung im Vergleich zu den Jahren davor. Um die Spielzeit und Zuständigkeiten für diese vielen Spieler zu klären, wurde das Team in eine Offense-Line, eine Defense-Line 1 und eine Defense-Line 2 geteilt. Die Defense-Line 2 kommt dabei nur nach einem Break aufs Feld und bringt damit vier komplett frische Beine aufs Feld, eine Strategie, die voll aufgehen sollte. Nach den Erfahrungen der vorangegangenen Turniere in Padova, Schwaigern, Delft, und Köln war dies, neben einigen personellen Wechseln zwischen Offense- und Defense Line, die taktische Anpassung an die Baustellen unseres Spiels. Die erste Feuerprobe für diese neue Ausrichtung von Hardfisch war das Spiel gegen Family Ultimate aus Düsseldorf. Alte Bekannte, eine herausfordernde Mischung aus starken Individualspielern, ungewöhnlichen Taktiken und einem unverkennbaren Gespür für Momentum. Wir erwischten einen starken Tag von Düsseldorf und erkämpften uns mühsam drei Breaks Vorsprung. Die Herausforderungen des restlichen Tages zeichneten sich schon in diesem Spiel ab: Sengende Sonne, Temperaturen weit über 20 schon am Vormittag und knochenharter Boden ließen uns beim Stand von 14:10 für Hardfisch etwas unkonzentriert werden, Düsseldorf machte es mit 3 Breaks in Folge nochmal spannend, doch die Offense-Line blieb hart und beendete das Spiel mit dem Stand von 15:13. Angespornt davon, das nächste Spiel weniger spannend zu gestalten gingen wir in ein Matchup gegen Gegner, die wir aus 2022 sehr gut kannten, die Goldfingers aus Potsdam. In der Mittagssonne startete das Spiel mit einer beeindruckenden Kette aus 4 Breaks, bis die Goldfingers den ersten Punkt scoren konnten. Die D-Line 2 war aber so berauscht von ihrem Erfolg, dass die Potsdamer, die keine 14 Personen in ihrem Roster hatten, sich mit 15:4 geschlagen geben mussten. Die Intensität, mit der dieses Spiel von beiden Seiten gespielt wurde, wird in diesem Score allerdings nicht repräsentiert. Jeder Punkt war umkämpft, jeder Pass und jeder Cut wurde mit 100% geworfen, gelaufen und verteidigt. Dieses Spiel bot uns reichlich Gelegenheit unseren neuen Break-Cheer zu üben, der eigentlich aus der Südkurve vom AC Milan bekannt ist und unter Che Confuzione zu finden ist. Auch aus diesem Spiel lernten wir, und gingen selbstbewusst ins abendliche Matchup gegen den amtierenden Deutschen Meister Wall City aus Berlin. Die Stimmung auf dem Platz kurz vor dem ersten Pull hatte sich der Gluthitze der Sonne angepasst und jeder Hamburger hatte dieses ansteckende hungrige Funkeln in den Augen. Das dann folgende Spiel war ein Lehrstück zum Flow-Erleben.

 

Alle schienen auf der gleichen Welle zu surfen, kleine Fehler und Turnover wurden gelassen hingenommen und mit Feuereifer zurückerobert, in jedem Moment des Spiels schien jeder überzeugt, hier gewinnen zu können und alle wirkten mit dieser Gewissheit einen Kopf größer. Nachdem sich in der Mitte der ersten Hälfte Berlin in die Führung breakte antwortete die Defense direkt mit einem Break und die D-Line 2 folgte auf dem Fuß. Den nächsten Break holten wir zur Halbzeit und stellten zwischenzeitlich auf 8:6. Wir hatten, wie immer, mit der Defense gestartet und konnten nach der Hälfte also mit Offense starten, ein Vorsprung der sich später bezahlt machen sollte. In der zweiten Hälfte holte sich Berlin einen Break zurück und zog zum zwischenzeitlichen 11:10 heran. Auch hierauf antwortete die Defense-Line prompt und scorte nach einem Turnover von Wall-City. Und dann, als müssten an diesem Tag alle alten Rechnungen auf einmal beglichen werden, brachte die Offense dieses wahnsinnige Spiel zu Ende. Fiese Pulls wurden unter Einsatz der körperlichen Integrität gestoppt (Jannis), unter enormem Druck geworfenen Resets fanden die Hände des Fängers (Grune, Philipp), schwebende Hucks wurden gegen drei Gegner (Fügi) oder im dritten Stock gefangen (Malte Spanuth) und der letzte Pass passte gerade so über die Finger der Berliner Defense. Endstand 15:13. Che Confuzione, der deutsche Meister war geschlagen. An diesem Tag war Berlin unserem Selbstbewusstsein, der Personen- und Laut-Stärke unserer Sideline und der Intensität auf dem Feld nicht gewachsen und wir hatten uns und dem Rest von Frisbeedeutschland bewiesen, wie viel Spaß und Erfolg kompetitives Ultimate bringen kann. Siegesfroh zogen wir uns in einen kühlen Keller zum Pizza-Dinner zurück und erholten uns vom heißen Tag. Am nächsten Morgen stand früh um 9 Uhr Ars Ludendi aus Darmstadt auf dem Programm. Wir kamen etwas langsam ins Spiel, verkrampften offensiv sowohl bei der Verwandlung von Holds als auch bei der Verwandlung der reichlichen Breakchancen. Das Spiel endete 12:14, erste harte Niederlage des Wochenendes. Nach kurzer Pause kam in der Mittagshitze der nächste Brocken des Wochenendes auf uns zu, MUC aus München mit großen Ambitionen. Deren Offense war schwer zu knacken, das tiefe Spiel schwierig einzufangen, lediglich vor unserer eigenen Endzone konnten wir Druck erzeugen, die produzierten Turns dann aber nicht ausreichend zurücktragen. Beim Stand von 10:11 drückte die Münchener Defensive aufs Gas und holte zwei Breaks, die wir nicht mehr kontern konnten. Endstand 12:15. Nach dem rauschhaften Samstag etwas ernüchternd, aber dennoch ein gutes Ergebnis gegen ein gutes Team. Das Fazit dieses körperlich harten und auch mental anstrengenden Wochenendes war demensprechen dennoch ein sehr positives. Über physische und mentale Intensität ins Spiel zu kommen, über positive Kommunikation dort zu bleiben und Spiele über Selbstbewusstsein und Vertrauen zu beenden taugt als Konzept für die nächsten großen Turniere für Hardfisch.

 

MVPs des Wochenendes:

D-Line-2 für heftige Mentalität (1 Break gegen Wall City!!!)

Sebastian fürs Live scoring.

Blockrocker für Puls vor den Spielen

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