Wir sind zweitklassig

Mit reichlich Vorfreude auf Schürfwunden mit Sprühpflasterbehandlung, einem Kasten Astra gefüllt mit Glückshormonen und dem Wissen, die Nächte in weichen Betten und den Abend im Wellnessbereich zu verbringen, machten wir uns auf in den tiefen Osten. Das Ziel war klar: Lieber Dritter als Fürther, aber Hauptsache zweitklassig.

 

Freitagabend spielten wir mit den Flensens noch einmal unsere Taktiken Luke Skywalker, Han Solo und Death Star durch, denn sicher ist: Eingespielt ist anders. Also lieber gleich ins Bett, durchschlafen bis acht, Frühstück um neun, Starfisch anfeuern um neun dreißig, warmmachen und um kurz vor elf ging es gegen Leipzig. Die Jungs hatten wir überraschend deutlich im Griff und den ersten Sieg im Sack. Hatten wir uns schlimmer vorgestellt. Dann mal gucken, was Halle kann. Irgendwer meinte, die wären in Berlin ganz gut gewesen. Beim Line-Up gestanden die Hallunken uns dann, dass sie uns bis zum Spiel gegen Leipzig nicht auf der Rechnung hatten. Konnten dann wohl aber nicht mehr schnell genug umschalten. Denn wir machten Ernst, spielten konzentriert in der Offense und intensiv in der Defense, am Ende ein ungefährdeter, aber nicht gerade deutlicher Sieg. Der Osten war also schon mal erledigt, folgte Darmstadt. Die hatten wir, nach eingehender Betrachtung, nicht auf der Rechnung und spielten dementsprechend uninspiriert. Knapp aber verdient haben wir zwar gewonnen, aber schön ist auch anders. Das letzte Spiel des Tages gegen Stuttgart wurde zum Finale um den ersten Platz im Pool. Und es war ein würdiges Finale. Power, zielgenau, Punkt um Punkt, in den ersten Punkten gab es keinen einzigen Turn-Over, dann holten wir einen Break und die Halbzeit, mal führten wir, dann lag Stuttgart zurück, aber es konnte auch jederzeit andersherum sein. Nach ca. einer Stunde kam dann ja auch mal wer auf die Idee, auf die Uhr zu gucken, und siehe da, elf zu elf, Spiel auf zwölf, letzter Punkt, wir vor der Endzone, verfangener Knife, die haben Offense, aber wir nageln sie fest, fast ein Callahan, aber dann ein langer Pass, Punkt, aus und vorbei. Stuttgart gewinnt und wir gehen in die Sauna.

Fazit vom Samstag: Der andere Pool war ja viel schlechter besetzt, morgen geht es halt gegen Bad Raps und noch zwei, das wird schon. Und Party kann ja Starfisch gewinnen.

Sonntagmorgen viel zu früh geht es gegen die DJs. Wir sind warm, werden im Laufe des Spiels immer wacher und die Berliner denken aus irgendwelchen Gründen, sieben sinnlos in die Gegend gestellte Menschen sind eine Zone, die uns daran hindert, 13 zu 7 zu gewinnen. Nö. Jetzt also Freiburg. Die haben ja sogar gegen Berlin verloren. Was kann denn da schon passieren? Dass Freiburg auf einmal gegen Stuttgart mit eben so viel Pech verliert wie wir, hindert uns nicht daran, die Badener zu unterschätzen. Dementsprechend verkrampft spielen wir und verlieren knapp, aber verdient mit 9 zu 12. Damit war Discconection auf einmal wieder im Rennen, womit sie selbst am wenigsten gerechnet hätten. Das große Rechnen ging los: Freiburg gewinnt bestimmt gegen Leipzig, dann haben die zwei Siege. Und wenn die DJs dann gegen Stuttgart gewinnen? Überhaupt die DJs: Unser frischgebackener Akademiker vertrat die These, dass die auf jeden Fall durch sind, konnte aber kein Beispiel nennen, bei dem es wirklich so kommen sollte. Statistik ist wohl bei Politikwissenschaften nicht bei. Stattdessen war klar: den Dreiervergleich Freiburg – Berlin – Hamburg hatten wir schon gewonnen. Und wenn wir dann noch gegen Bad Raps gewinnen, sind wir Zweiter, egal was passiert. Aber wenn wir verlieren und Stuttgart gegen Berlin verliert, gibt es gar keinen Dreiervergleich… dann doch lieber mal einen Kasten Astra für Stuttgart auf den Markt schmeißen.

Aber konzentrieren wir uns lieber auf unser letztes Spiel: Wir begannen stark, eine fehlerarme Offense und enge Defense, machten Punkt um Punkt, ließen weniger zu, führten mit drei, dann wurden wohl die Beine schwer und die Hände lahm, die Nicht-Schwaben kamen ran, zogen gleich, zogen vorbei und gewannen am Ende mit zwei Punkten oder so. Schade. Aber parallel gewann ja auch Stuttgart und in der unmittelbar anschließenden Siegerehrung wurde klar: Wir sind Dritter, nicht Fürther. Und zweitklassig sowieso.