Mudder's Cup 2017

Samstag früh in Hamburg. Es ist angerichtet. Die Muddis aus Bremen haben zum legendären Mudders-Cup geladen. Bei diesem Event darf eine Vertretung aus Hamburg natürlich nicht fehlen. Es machten sich der Alsterkutter mit ein paar tapferen Vertretern der Alsters und vom Fischkutter auf dem Weg von der Elbe an die Weser, um zu beweisen, dass man in Hamburg auch gutes Indoor Open Frisbee spielen kann. Leider war es für manche von uns noch zu früh. Zwei Alsterkutter-Matrosen schafften es nicht rechtzeitig zur Bahn. Egal! Kurz die HVV-Fähre an den Landungsbrücken gekapert, ging es über den Seeweg nach Bremen. 10 Minuten vor Spielbeginn war der Alsterkutter komplett. Und heiß! Und schnell! Und heiß!

 

Im ersten Spiel, ging es gegen die Frizzly Bears aus Aachen. Ein besonderes Spiel für Matrose Mattes, hatte er doch jahrelang das Dress der Bären getragen. Ohne großes Beschnuppern ging es direkt in die Vollen. Beide Seiten zeigten, dass sie wissen was man mit einer Scheibe alles machen kann. Hammer und Knifes vom feinsten. Es zeigte sich aber auch, dass der Alsterkutter ein bisschen wacher, ein bisschen heißer und ein bisschen cleverer war. Mit schönem Indoor-Ultimate und einer heißen Defense konnten wir die Offense meistens sicher durch bringen, aber auch den ein oder anderen Turn provozieren. Die Frizzly Bears aus Aachen konnten den Hebel nicht mehr herum reißen und so hieß es am Ende 13:10 für den Alsterkutter! So sieht ein guter Start aus.

Das zweite Spiel ging gegen die Funatoren aus Hannover. Wir hatten Gelegenheit sie in ihrem ersten Spiel zu beobachten und etwaige Schwächen aus zu machen. Das ist uns anscheinend gut gelungen. Sehr gut sogar. Unsere Defense Line setzte die Hannoveraner von Anfang an so unter Druck, dass diese vollkommen von der Rolle gerieten. Sie schafften es leider nicht sich wieder zu fangen. So entwickelte sich ein einseitiges Spiel und nach 30 Minuten stand ein 19:2 auf der Anzeigetafel. Was für ein Ergebnis! Durch diese zwei Siege schafften wir es Erster in unserem Pool zu werden, sodass es für uns in einem der zwei oberen Viererpools weiterging.

Liebe! Freude! Heiterkeit! Aber, das bedeutete auch, dass jetzt andere Gegner auf uns warten würden.

Es ging direkt gut los. Wir durften uns auf die auf 1 geseedeten Hässlichen Erdferkel aus Marburg freuen. Wir waren hoch motiviert und wollten zeigen, was wir drauf haben. Wir machten uns im Kreis nochmal gegenseitig richtig heiß, dann ging es los. Am Anfang war es ein enges Spiel. Beide Seiten machten souverän ihre Punkte. Aber dann zündeten die Erdferkel einen hässlichen Turbo und zeigten gegen uns ihr bisher bestes Spiel des Turniers. Diese Offense war nicht durch uns zu stoppen. Schnelles Spiel über den Aufbau, spritzige, gefährliche Angebote gepaart mit genauen, sicheren Pässen. Darauf hatten wir keine passende Antwort parat. Dazu schafften wir es nicht oft genug Lösungen gegen die wache und athletische Defense der Marburger zu finden. Am Ende hieß es 12:7 für Marburg. Ein hochverdienter Sieg, nach einer ausgesprochen hässlichen Leistung!

Aber wir ließen die Köpfe nicht hängen. Es war noch alles drin. Zwei gute Leistungen gegen Sean‘s Sheep und die Goldfingers mussten her, dann würde es weiter nach oben gehen. Wir beschworen den Teamgeist. Zunächst ging es gegen das junge Team aus Beckum. Auch wenn der Alsterkutter mit seinen langen Matrosen einen deutlichen Größenvorteil inne hatte, wussten wir, dass das man die flinken Schafe nicht unterschätzen dürfte. Es entwickelte sich ein knappes Spiel. Wir mussten bei jedem Punkt alles geben. Am Ende schafften wir es uns etwas abzusetzen und den Sieg dann doch sicher nach Hause zu fahren. 11:7 für den Alsterkutter.

Danach stand das letzte und auch entscheidende Spiel des Tages an. Gegen die Goldfinger aus Potsdam ging es um den oberen Pool der besten vier Mannschaften. Entsprechend eng und hitzig wurde das Spiel. Es wurden lange Punkte gespielt. Beide Mannschaften hatten Probleme ihre Offense durch zu bringen. Zu unkonzentriert die Würfe, zu unkoordiniert die Angebote. Außerdem strittige Calls und hitzige Debatten. Niemand konnte sich im Spielverlauf absetzen. Kurz vor Schluss vergab der Alsterkutter die Chance zur Führung. Im Gegenzug fiel die Führung für Potsdam. Oh nein, nur noch 30 Sekunden, Zeit für den Ausgleich! Und was der Alsterkutter dann gezeigt hat, war ganz groß. Ein gut strukturierter, schneller Angriff, bei der die Defense nur zuschauen konnte. 5 Sekunden vor Schluss fiel mit einem Scuba-Wurf der Ausgleich. Glück gehabt!

Aber jetzt wusste niemand wie es weiter ging. Wir hatten im Zwischen- Pool einen Sieg, eine Niederlage und ein Unentschieden zu verbuchen. Die Goldfingers hatten dreimal Unentschieden gespielt. Das Punkte Verhältnis und auch der direkte Vergleich war ausgeglichen. Wie würde das Sportgericht wohl entscheiden???

War dann aber auch erst mal egal. Bei einem Cocktail in der Dusche hieß es: bereit machen fürs Beerrace. Es war ja schließlich nicht irgendein Beerrace. Es war DAS Beerrace. Das Beerrace vom Mudders-Cup. Zunächst mussten sich zwei unserer Matrosen im bekannten Hüpfburg-Parcours durchsetzen. Angefeuert vom ganzen Team, mitsamt weiblicher Unterstützung von drei weiblichen Seemöwen, atmeten unsere Gladiatoren das Bier förmlich ein und schwebten ohne große Schwierigkeiten durch den Hindernisparcours. Die erste Hürde war geschafft. In der Finalrunde war ein guter Hüftschwung gefragt. Ein Würstchen hing an einer Schnur, die um die Hüfte gebunden war. Nur durch bewegen der Hüfte und beherztes Zubeißen musste das Würstchen im Mund landen. Klingt komisch? Sieht auch so aus! Zielstrebig meisterte Vegetarier Bambi die Aufgabe als Erster. Jetzt musste nur noch Matrose Mattes nachziehen. Nach ein paar vergeblichen Biss-Versuchen gelang auch ihm das Kunststück. Mega Geil, wir sind MC Beerrace-Sieger 2017!!!! Zur Belohnung gab es gut gefüllte Hüpfer-Munitionsgürtel für das gesamte Team, die wir sofort etwas leichter machten.

Beim gemeinsamen Abendessen hatten wir das indische Restaurant für uns alleine. Zum Glück, möchte man sagen, denn Trash-Talk vom feinsten war angesagt. Bei leckerem Essen, guten Getränken und viel Gelächter mit Kellnerin Johanna ließen wir den vergangenen Tag Revue passieren und stimmten uns auf die Party ein. Zur Party soll an dieser Stelle nichts gesagt werden. Ihr wisst ja wie das läuft.

Am Sonntag warteten noch zwei starke Gegner auf uns. Zunächst die Deckels aus Dresden (direkter Kontrahent in der 2. Liga) und danach die Huckfressen (1. Liga-Team) aus Berlin. Wir wollten nochmal zeigen, was wir so drauf haben und dass wir zu Recht unter den Top 4 stehen. Im ersten Sonntagsspiel gingen gegen das andere Team von der Elbe verpassten wir den Start leider komplett. Dresden schaffte es sich direkt mit abzusetzen. Wir verstanden das aber als Weckruf, rissen uns am Riemen und kämpften uns wieder ran. Mit einer erstklassigen Zone zwangen wir die Deckels zum ein oder anderen Turn. Die Offense war schnell und kompromisslos und so schafften wir uns eine Führung zu erarbeiten. Was ein Kampf! Dresden zeigte dann aber nochmal was sie drauf haben. Leider waren wir nicht in der Lage gegen eine druckvolle Defense unser Offensspiel konsequent durch zu halten. Fehler und Turns waren die Folge. Dadurch haben wir das Spiel wieder aus der Hand gegeben. Nach einem spannenden Kampf bis zum 7:7 hieß es am Ende 7:10. Schade, wir waren so nah dran…

Im letzten Spiel des Turniers ging es gegen die Huckfressen um Platz 3. Ein Platz auf dem Treppchen wäre die Krönung für ein tolles Wochenende. Die Fehler aus dem letzten Spiel sollten nicht wiederholt werden und so ging es heiß in das letzte Spiel des Turniers. Der Alsterkutter hat einen Sahne-Start hingelegt und konnte sich am Anfang mit 3:1 absetzen. Die Hucks ließen sich davon aber nicht beirren und konnten nochmal einen Gang hochschalten und uns mit starken Defense mächtig unter Druck setzen. Unsere Offense machte daraufhin unnötige individuelle Fehler und auch die Würfe kamen dann oftmals nicht wie gewünscht bei den Fängern an. Trotz großem Kampf stand es somit zum Schluss 11:5 für die Hucks. Wahrscheinlich wäre da mehr drin gewesen, aber so ist man nun um die eine oder andere Erkenntnis reicher geworden, die bei der anstehenden Indoor-DM weiterhelfen wird.

Wir haben ein geiles Wochenende hinter uns. Das Team ist weiter zusammengewachsen. Die Laune ist überragend. Und spielerisch konnten wir mit einer super heißen Defense immer wieder unsere Gegner unter Druck setzen. Und mit feinem Indoor Ultimate konnten wir den ein oder anderen schönen Punkt einfahren. Andererseits haben wir auch gemerkt, dass in der Offense noch Luft nach Oben ist. Das ist die wichtige Lehre, die wir aus Bremen mitnehmen und an der wir noch arbeiten werden. Auf jeden Fall konnten wir dem einen oder anderen Team zeigen, dass in der 2. Liga mit uns zu rechnen ist. Unterm Strich stehen Beerrace SIEG und Top 4, Hammer!

Alster – KUTTER – Alster – KUTTER – Alster – KUTTER – GO PLAY – Tuuuuuuuuuuttttt!

In Bremen mit dabei waren

Michi, Torben, Eike (Sven), Tommy, Max, Eike (Marv), Robert (Bambi), Mattes, Alain und Robert (Bob)