Hamburg ist wieder auf der Karte!

Was los Digger, Ahnma
Wie wir gucken, wie wir labern!

Schon auf dem Bahnsteig am Donnerstag Abend begann das Wochenende für elf Möwen und elf Fischchen mit viel aufgeregtem Geschnatter und noch mehr guter Laune. Weder die gut vier Stunden Zugfahrt noch die Verspätung (aufgrund fehlenden Zugpersonals!) konnten die Klassenfahrt-Stimmung trüben, sodass die paar Außenseiter in unserem IC-Großraumwagen doch etwas zu bemitleiden waren …

 

 

Endlich in Dresden angekommen, verteilten wir uns auf diverse Schlafstätten, was für die meisten Möwen eine Schlafhalle bedeutete. Also schnell Matte aufpusten, Schlafsack raus, Zähne putzen, Sachen umpacken und Taxi bestellen, denn selbiges fuhr knapp sieben Stunden später schon wieder in Richtung der Felder. Puh!

Wie, was? Es ist 7:30 Uhr am Freitag Morgen, zwanzig Teams warten und es müssen erst noch die Brötchen sortiert werden?! Na gut, dann üben wir unser Durchsetzungsvermögen, unsere effizienten Laufwege und unseren Zugriff auf die Scheibe(n Käse) halt schonmal am Frühstücksbuffet …

Mit so einer Vorbereitung und einem knackigen Warm Up konnte quasi gar nichts mehr schiefgehen: In das 9:00 Uhr-Spiel gegen die sympathischen Heidelbärchen aus Karlsruhe und Heidelberg starteten 14 Seagulls wach und dominant. Strukturell war der Möwenschwarm zwar noch etwas zu aufgeregt, sodass die Captains Margit und Nici ausnahmsweise den Aufbau zu etwas weniger (!) Dynamik ermahnen mussten, und auch der Flow wollte den Seagulls gegen die gute Defense der Heidelbärchen noch nicht ganz hold sein. Im Gegenzug konnten wir den Mädels aus dem Südwesten mit unseren verschiedenen Defense-Taktiken aber ebenfalls ordentlich Druck machen, sodass unsere Führung nie ernsthaft in Gefahr war und wir das Spiel mit 15:8 klar für uns entscheiden konnten. Bäm! – Fazit: Heidelbärchen eignen sich als zweites Möwenfrühstück hervorragend!

In der anschließenden Pause folgte bereits eines der emotionalen Highlights des Turniers: Die Exil-Möwe Tina flatterte plötzlich herbei! Whaaaaaaaaaat?!?? Ja, als gut gehütetes Geheimnis kam Tina als Überraschungsgast und -mitspielerin eigens für das verlängerte DM-Wochenende aus den Staaten rübergeflogen – in punkto Team-Commitment nicht mehr zu überbieten! Dafür wurde sie natürlich gebührend empfangen mit Freudentränen und Feierei!

Mit dieser Verstärkung und auch noch der Sideline-Unterstützung unserer männlichen Fischchen konnten wir dem Spiel um 14:15 Uhr gegen die MissConnection aus Freiburg recht gelassen entgegenblicken. Zwar schafften es die jungen, flinken Freiburgerinnen immer wieder, ihre Verteidigerinnen hinter sich zu lassen und sich mit mutigen Inside-Pässen, die Scheiben zuzustecken, aber es war schnell klar, dass ihnen gegen unsere heiße Defense die erfahrenen Handler-Ruhepole fehlten. Endstand 15:6. Bäm! – Fazit: Eine echte Möwe gewinnt doch jede Miss-Wahl!

Um 17:45 Uhr hatten wir schließlich die Möglichkeit, uns im dritten Spiel des Tages gegen Undercover aus Dresden den Poolsieg zu holen. Wir gingen selbstbewusst in das Spiel, aber der bisher stärkste Gegner startete auf Augenhöhe. Wir tradeten Punkte bis zum 4:4, konnten dann aber trotz des herben Ausfalls von Kathy doch noch eine Schippe drauflegen. Als unsere Captains die perfekte Defense ausgetüftelt hatten, sahen die Dresdnerinnen nicht mehr viele fangende Hände, und auch der Flow sollte endlich wieder mit uns sein. Halbzeit bei 8:4, Endstand bei 15:8! Bäm! Poolsieg! – Fazit: Für so eine Tagesleistung muss man sich nicht definitiv nicht verstecken!

Anschließend ausdehnen, kalt duschen, in die Stadt laufen, italienisch essen, Taxi zur Schlafhalle, schlaaaaaafen! Denn auch am nächsten Morgen hieß es wieder:

6:40 Uhr: Wecker (Aufwachen!)
7:10 Uhr: Taxi (Zzzzzzzzzzz!)
7:35 Uhr: Frühstücksschlacht (Aufwaaaaaachen!!)
8:00 Uhr: Treffpunkt am Feld zur allmorgendlichen Schnick-Schnackerei und Flecht-Session (Team-building und dabei auch noch gut aussehen!)
8:15 Uhr: Warm Up (Heiß werden!)

9:00 Uhr: Crossover-Spiel gegen den Viertplatzierten des anderen Pools: Frau Rauscher aus Frankfurt. Verstärkt durch weitere vier Seagulls konnten 18 frühe Vögelchen, eine Sideline-Möwe und sogar ein paar Frühaufsteher-Fischchen alles geben. Aber wir wollten nicht nur unseren Platz in den Top-4 der zweiten Liga und damit die Relegationsteilnahme fürs nächste Jahr sichern. Unser erklärtes Hauptziel für dieses Spiel war es, nach den Problemen der beiden Teams miteinander auf der Quali diesmal lupenreinen Spirit zu zeigen. Deshalb suchte Nici auch vor dem Spiel noch einmal das Gespräch mit dem Gegner und akzeptierte außerdem gleich den ersten Foul-Call gegen sie (von einer selbst gerne rempelnden Gegnerin) ohne jegliche Diskussion. Das nahm viel Schärfe aus dem Spiel, und wir konnten uns im Folgenden aufs Spielerische konzentrieren. Da starteten wir wieder einmal wacher als der Gegner und konnten unsere ersten drei, vier Punkte ohne Turn durchspielen. Dann verstärkten die Frankfurterinnen aber ihre Bemühungen sowohl in ihrer Zonen-Defense, was bei uns zu deutlich mehr Turns führte als nötig, als auch in ihrer Offense, wo sie uns mit ihren zackigen Überläufern und scharfen Insides immer wieder alt aussehen ließen. Trotzdem fehlte es ihnen an Abschlüssen, sodass es beim 15:4 blieb. Außerdem eine überdurchschnittliche Spiritbewertung für uns in Höhe von 11 Punkten durch eine 3er-Wertung bei Kommunikation. Bäm! – Fazit: Auch wenn man sich nicht ganz in einen Rausch spielt, kann man immer noch mit rauschendem Spirit punkten!

Im Halbfinale um 14:15 Uhr mussten wir gegen die Heidschnucken aus Niedersachsen auftrumpfen, was wir auch – wach wie immer – erst einmal taten und mit 3:0 in Führung gingen. Dann sackten wir aber doch in ein nachmittägliches Müdigkeitsloch. Wir machten doofe Fehler im nun deutlicher spürbaren Wind, es war auf unserer Seite wenig Wille oder Energie spürbar, was die Schnuckis gekonnt ausnutzten und binnen kürzester Zeit bis zum 4:3 heranrückten. Oje! Was tut man, um wieder aufzuwachen? Man schickt zum Beispiel eine kleine Möwe zu den ebenfalls müde in ihrem Pavillionschatten chillenden Fischchen und flüstert ihnen, dass wir ihre Unterstützung gebrauchen könnten.

Ab da wurde es ein runherum tolles, umkämpftes Spiel mit auf beiden Seiten spritzigen Cuts, Bilderbuch-Spielzügen, heißer Defense, intensiver Sideline und beeindruckendem Vorzeigespirit (für den wir sage und schreibe 14 Punkte vergaben und 12 Punkte bekamen!). Wir ließen uns weder von den neben dem Gelände startenden malerisch riesigen Heißluftballons ablenken, noch von der gegnerischen Zone irritieren, die man doch auch einfach ignorieren und mit starkem Handling gekonnt umspielen kann ... Bei so einem gut funktionierenden Team sind auch Baby-Pausen zum Stillen oder Füttern kein Problem – traumhaft! Und unser bisher knappstes Ergebnis von 15:11! Bäm! Danke Jungs! FIIIINNAAAAAAALLEEE!! – Fazit: Schnuckelige Gegner und schnuckelige Bedingungen machen geile Spiele!

Bei so einer Teamleistung kann man auch mal sentimental werden. Den freien Nachmittag konnten wir mit Liebesbekundungen, Teamkuscheleien, Entspannung und Anfeuern der Fischchen verbringen ...

Haben Sie Platz für 42 Personen?“ Dank der männlichen Bemühungen konnten die Möwen mit den Fischchen in schummriger Biergarten-Atmosphäre und anscheinend einem Wurmloch der Zeitzonen „gemeinsam“ zu Abend Essen. Schön war's trotzdem! ;) Danach konnten wir allerdings lediglich eine einzige Delegierte auf die Party entsenden, denn nur die frühe Möwe fängt die 9-Uhr-Scheiben ...

Nanu? Wir kommen um 7:30 beim Frühstück an, und die anwesenden Teams futtern bereits gemütlich? Gar kein Wettlauf um die Brötchentüten und keine verschlafenen Wie-viele-Messer-passen-in-die-Nutella-Drills? Oje, oje, wie soll man denn da wach werden?

Na, mit Margit und ihrem geilen Warm Up!

Man glaubt es kaum, aber auch in unser drittes Spiel in Folge um 9:00 Uhr morgens starten wir nicht nur mit einer ungebrochenen 100%-Flip-Quote, sondern auch wach und laufbereit. Anders als die Kölnerinnen, sodass wir uns wieder eine 3:0 Führung abholen können. Dann packt U de Cologne in dem immer stärker werdenden Wind allerdings ihren 4er-Cup aus und bereiten uns ordentlich Schwierigkeiten. Ehe wir's uns versehen, steht es 5:6! Der erste Scoreboard-Rückstand für die Seagulls auf dem gesamten Turnier, oje! In diversen Timeouts ermahnen Nici und Margit zu mehr Fokus und zum Besinnen auf unsere Taktiken. Wir retten uns zum 7:7 und holen schließlich noch die Halbzeit 8:7. Puh, knappe Kiste! Und dann muss auch noch die Fischchen-Sideline zu ihrem eigenen Aufwärmen … Aber irgendwie treffen die Coaching-Kommentare unserer geliebten Möwen-Captains doch noch auf Gehör. In der zweiten Halbzeit packen wir nochmal alles aus und laufen zu Höchstformen auf

Anneke handelt geduldig klein-klein gegen die Kölner Zone.
Barbara
flitzt zielstrebig immer genau dorthin, wo man sie braucht.
Bridda
gibt Sicherheit durch einen stets sicheren Dump.
Claudi
zählt eiskalt ihre Gegenspielerin aus.
Diane
setzt sich, komme wer da wolle, unbeeindruckt gegen alle Gegner durch.
Helen
wirft furchtlos an jeden Punkt des Feldes.
Inga
fährt die beeindruckende Spannweite ihre Möwenflügel aus und holt sich Defenses, bevor sonst jemand die Scheibe erreichen kann.
Kat
findet als Ruhepol stets alle freien Anspielstationen.
Katha*
verschwendet noch keinen Gedanken an den Turnierbericht und versucht, keinen groben Unfug zu bauen … ;)
Kathy
macht heiße Sidelinearbeit und strahlt doch Gelassenheit und den festen Glauben ans Team aus.
Lena
cuttet wie aus dem Nichts den genau perfekten Laufweg.
Margit
lässt die Herzen mit knackigen Cuts und Ninja-Endzonen-Catches höher schlagen.
Nadine
läuft unermüdlich wie eine kleine Duracell-Möwe Cut nach Cut nach Cut nach Cut.
Nata
fängt lockerleicht scharfe Teile und legt die Scheibe wieder ab, als ob nichts war.
Nici
pflückt sich Scheiben aus schwindelerregender Höhe und ist sowieso überall gleichzeitig.
Rike
läuft unbekümmert jedem Gegner davon.
Rosa
handblockt eine Nationalspielerin.
Sophia
swingt so zielsicher, als ob sie jahrlang nichts anderes tun könnte.
Und
Tina wirft selbst gegen einen straight-up mark noch lange Traumteile.

15:10 BÄM! BÄM! BÄM!

Fazit: Jeder sagt Digger heutzutage!
WIR PACKEN HAMBURG WIEDER AUF DIE KARTE!!

Freudentaumel, ein paar Tränen, drei Flaschen gekühlter (!) Überraschungssekt von Eike, noch eine Flasche Prosecco, eine Runde Bier, singen, tanzen, Gruppenkuscheln, ein legendärer DanceOff zwischen Nata und Margit (die Musik-Video-Karriere für die Fun-Employment-Fraktion sollte gesichert sein!), diverse Foto-Sessions und wildes Geschnatter – Möwen wissen, wie man feiert!!

Es folgt ein gechillter Tag mit Bier und Knabberkram an der sonnigen Sideline, wir revanchieren uns und schreien die Fischchen bei ihrem Platzierungsspiel mit viel Stimmung auf den siebten Platz, schauen dann noch ein paar hübsche Finals, und weder der Weltungergangs-Platzregen, noch die Zugverspätungen, noch der Klimaanlagenausfall auf der Rückfahrt können das Grinsen von unseren Gesichtern wischen. – Nach zwei Jahren ohne Damenteam ist Hamburg sowas von wieder auf der Karte! BÄM!